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ULD ernennt Sachverständige der datenschutz nord GmbH als Pilot Experts für das Modelprojekt EuroPriSe Di 12.02.2008

datenschutz nord verschärft ips-Kriterien zu Webtracking-Methoden

Google Analytics, doubleclick und Co. - Positionsbestimmung der datenschutz nord GmbH zu Webtracking-Methoden

Angesichts des zunehmenden Einsatzes von Webtracking-Methoden, also der Sammlung von Internet-Nutzungsdaten und deren (statistischer) Auswertung durch entsprechende (eigene) Tools oder kommerzielle Anbieter, haben wir uns entschlossen, die Position der datenschutz nord GmbH zum Einsatz dieser Methoden und dessen Auswirkung auf zukünftige ips-Zertifizierungen zu veröffentlichen. Wir wollen damit ein besseres Verständnis des datenschutzrechtlichen Hintergrunds und so eine höhere Transparenz bei unseren Kunden erreichen.

Zulässig sind nach unserem Verständnis folgende Möglichkeiten:

  • die vorübergehende, eigene Speicherung und Auswertung der Nutzungsdaten (auch IP-Adressen der Nutzer) für einen kurzen Zeitraum zum Zweck der Sicherstellung der Systemsicherheit gem. § 100 Abs. 1 TKG und/oder zur eigenen statistischen Auswertung der Zugriffe mit Hinweis auf das Widerspruchsrecht gemäß § 15 Abs. 3 TMG (vgl. hierzu auch die Begründungen des AG Bonn (9 C 177/07) und LG Darmstadt (10 O 562/03)
  • die Inanspruchnahme eines Dienstleisters als Auftragsdatenverarbeiter zum Zweck der vorgenannten Auswertung, ohne dass der Dienstleister ein eigenes Interesse an der Auswertung verfolgt; erforderlich ist, dass der Auftraggeber jederzeitige Einflussmöglichkeit auf die Nutzungsdaten hat (vgl. § 13 Abs. 4 Nr. 2 TMG)
  • die Inanspruchnahme eines Dienstleisters, soweit diesem die IP-Adresse nicht zur Kenntnis gelangt oder diese anonymisiert wird (z.B. verkürzt um die letzten 3 Ziffern)

Nicht zulässig sind:

  • Methoden des Webtrackings, mit denen - auf Veranlassung, aber ohne Einflussmöglichkeit des Anbieters - Nutzungsdaten unter Einschluss der IP-Adresse an einen Auftragnehmer durch dessen Tools (Skripte, übergreifender Cookie-Zugriff etc.) gelangen und dieser die Nutzungsdaten für eigene Zwecke auswertet. Diese Art der Datenverarbeitung verstößt gegen § 13 Abs. 4 Nr. 2 TMG sowie gegen den datenschutzrechtlichen Zweckbindungsgrundsatz
  • Webtracking durch einen Auftragnehmer (Auswertung zu fremden Zwecken) in einem Staat außerhalb der EU/des EWR ohne angemessenes Datenschutzniveau
  • das Zusammenführen von (zuvor erhobenen) Bestandsdaten mit Nutzungsdaten, da dies die Erstellung personenbezogener Nutzerprofile ermöglicht. Diese sind gem.§ 15 Abs. 3 S. 3 TMG unzulässig

 

Hier finden Sie mehr Informationen ips - Das Gütesiegel für Online-Dienstleistungen

Von Dr. Sönke Maseberg in der Rubrik cert News